Lengefelder Straße 12 (Korbach)

Das Haus Lengefelder Str. 12 im März 2016.
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Das Haus Nr. 12 in der Lengefelder Straße ist ein 1737 von Johann Caspar Ziesenheim errichtetes Fachwerkhaus in der Altstadt von Korbach. [1]

Geschichte

1. Erster bekannter Eigentümer des Grundstücks war der Bauherr, Schreinermeister Johann Caspar Ziesenheim (~ * 24.08.1707 in Helmscheid; 17.02.1789). Wer hier zur Zeit des Stadtbrandes von 1664 gewohnt hat, ließ sich nicht ermitteln. Wahrscheinlich hat das Grundstück seit dem Brand bis zur Errichtung des heutigen Hauses im Jahr 1737 brach gelegen. Ziesenheim war der Sohn des Johannes Ziesenheim und der Elisabeth Nückel in Helmscheid. [2] Er heiratete am 28. Mai 1734 Anna Maria Hagenbusch (~ 07.08.1712; 26.08.1794), Tochter des Johannes Hagenbusch und der Anna Marie Schotte. Ziesenheim war seit 1731 Bürger der Stadt. Das Paar hatte wenigstens zwei Kinder:

a) Anna Elisabeth Ziesenheim (1735-1803) Daniel Schmalz (Im Sack 16)
b) Ludwig Ziesenheim, Nr. 2

2. 1781 wurde das Eigentum auf Georg Ludwig Ziesenheim (~ 28.06.1750; 29.04.1817) übertragen, Sohn von Nr. 1. Bürger 1781, Ratsmitglied 1799 und 1809. Seine Frau Frau Maria Henriette Emmerich (~ 30.05.1754; 13.03.1833), Tochter des Weißgerbermeisters Johann Henrich Emmerich und der Anna Maria Asmuth. Das Paar hatte wenigstens ein Kind:

Maria Friederike Christiane Ziesenheim (* 30.08.1788; 11.06.1855), Lengefelder Straße 9, August Hofmann (Lengefelder Straße 10)

3. 1818 kaufte der Blau- und Schönfärber Johann Valentin Groß (* 09.09.1792 in Nieder-Orke; ?), Sohn des Miachel Groß in Nieder-Orke, das Haus. Er heiratete am 7. September 1817 Wilhelmine Curtze (* 25.05.1789; ?), Tochter des Schullehrers Johann Henrich Christian Curtze (Enser Straße 2) und der Dorothea Louise Höltzlein. Im gleichen Jahr erhielt Groß die Korbacher Bürggerechte. Groß ist mit seiner Familie aus Korbach verzogen.

4. Im Jahr 1854 erwarb der Metzgermeister Heinrich Christian Ludwig Nelle (* 18.09.1826; 10.11.1902) das Haus. Er war der Sohn des Metzgermeisters Georg Friedrich Nelle (Brauberg 8) und der Henriette Friederike Louise Urspruch. Am 2. Juil 1854 heiratete er Johanne Maria Auguste Tent (* 03.06.1831; 27.12.1896), Tochter des Metzgermeisters Johann Christian Ludwig Tent (Rathausgasse 5) und der Marie Wilhelmine Henriette Nelle. Heinrich Nelle erhielt 1854 die Bürgerrechte.

5. 1886 wurde das Haus auf den Sohn von Nr. 4, Metzgermeister Heinrich Nelle (* 15.04.1856; 26.06.1944) übertragen. Er erwarb 1883 die Bürgerrechte und heiratete am 16. Dezember desselben Jahres Maria Caroline Auguste Dorothea Weinreich (* 23.02.1857; 23.05.1948), Tochter des Schmiedemeisters Wilhelm Weinreich (Ascher 10) und der Friederike Graf.

6. Im Jahr 1934 wurde der Metzgermeister Fritz Nelle (* 01.06.1884; 22.04.1954), Sohn von Nr. 5, neuer Eigentümer. Er heiratete am 29. März 1913 Elisabeth Heine (* 20.12.1885; 29.06.1938), Tochter des Landwirts Carl Heine und der Elisabeth Ulrich. Nelle wurde im Jahr 1906 Burschenkönig.

7. 1952 ging das Eigentum auf Elisabeth Strube, geborene Nelle (* 04.12.1914; ?), über, Tochter von Nr. 6. Sie heiratete am 21. Oktober 1937 den Metzgermeister Hermann Strube (* 08.02.1907; 12.06.1985), Sohn des Metzgermeisters Friedrich Strube (Tränkestraße 12) und der Marie Tent.

8. Die weiteren Eigentümerwechsel sind hier nicht bekannt. Es steht zu vermuten, daß der Sohn von Nr. 7, der Fleischermeister Jürgen Strube (* 03.06.1940; 18.12.2015), das Haus erbte. Er war verheiratet mit Ursel Brümmer (* 20.04.1942; 03.05.2017). In dem Haus befand sich bis in die 1990er (?) Jahre die Metzgerei Hermann Strube/Jürgen Strube. Der Ladeneinbau besteht noch, beherbergt aber kein Geschäft mehr.

Bilder

Anmerkungen

[1] Hermann THOMAS (Bearb.), Die Häuser in Alt-Korbach und ihre Besitzer, Heft 4, Lengefelder Straße - Schulstraße - Im Sack - Am Tylenturm, Stadtarchiv Korbach (Hrsg.) 1959, S. 35-36. Alle folgenden Daten, soweit nicht anders vermerkt, nach THOMAS. Falls nicht anders angegeben, sind alle genannten Personen in Korbach geboren und gestorben.
[2] Vgl. Heinrich GRAF (Bearb.), Waldeckische Ortssippenbücher, Band 39, Helmscheid, Stadtarchiv Korbach (Hrsg.) 1989, S. 205-206, 235-236. In Helmscheid sind zwar die Familien Ziesenheim und Nückel bekannt. Die Eltern des Caspar Ziesenheim und deren Kinder sind in den Kirchenbüchern offenbar nicht verzeichnet.